Marienkapelle Würzburg

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    Die rotweiße, gotische Marienkapelle mit ihrem seitlich stehenden rotbraunen, grazilen Turm beherrscht den Platz. Rundherum schmiegen sich kleine Läden wie Schwalbennester an die Kirchenmauern. Von Anfang an gehörten sie zum Bild der Kirche. Die Miete brachte schon damals zusätzliches Geld für die Kirche ein. Der Marktplatz trägt seinen Namen erst seit Mitte des 14. Jahrhunderts, denn das Markttreiben fand bis dahin immer auf der Domstraße zwischen Main und Dom statt.

    Bau der Sühnekapelle

    Die Marienkapelle entstand als Sühnekapelle nach dem Massaker. Groteskerweise bauten die Würzburger die Kapelle nicht etwa, weil so viele unschuldige Juden umgebracht worden waren, sondern weil sie bereuten, den Juden einen Platz in ihrer Stadt überlassen zu haben. Denn das hatte ihrer Meinung nach die Pest-Epidemie verursacht. Die Marienkapelle wurde als Sühne für die vermeintliche Entweihung des Platzes durch die Synagoge erbaut, schreiben die Autoren Hans Steidle und Christian Weisler in ihrem Buch Würzburg.

    Die Würzburger Bürgerschaft begann 1377 mit dem Bau der spätgotischen Hallenkirche, genauer gesagt mit dem großzügigen Chor. Jedoch wurde mit den Jahren das Geld knapp. Daher entstand keine Basilika, sondern eine einfache Hallenkirche mit überproportional großem Chor. Erst 1480 wurde die Kirche vollendet.

    Tilman Riemenschneider

    Weltberühmt sind die beiden dem Markt zugewandten Figuren über dem Südportal: Adam und Eva, im Original von Tilman Riemenschneider (um 1460 bis 1531). Die Körper der anmutigen Figuren, besonders der Körper Adams, zeigen noch spätgotische, stilisierte Formen, wohingegen die Gesichter sich schon durch individuelle, lebendige Züge der Renaissance auszeichnen. Das bartlose Gesicht und die lockige Mähne des Adam entsprachen der Mode der Zeit, erzählt die Stadtführerin. Riemenschneider selbst und zum Beispiel auch Albrecht Dürer hätten diese Frisur getragen. Über dem Portal der Marienkapelle stehen seit 1975 Nachbildungen. Die Originale befinden sich im Mainfränkischen Museum in der Festung Marienberg.

    Ein erheiterndes Detail können Sie über dem rückseitigen Eingang, dem Nordportal, beobachten. Dargestellt ist Mariä Empfängnis: Das winzige Jesuskind rutscht kopfüber auf dem Sprachrohr Gottes herunter, hinein in Marias Ohr.

    Innenraum

    Im Inneren der Kirche finden Sie die Grabmäler fränkischer Ritter und Bürger, darunter das des Konrad von Schaumberg, gestaltet um 1500 von Tilman Riemenschneider. Das ernste, würdevolle Gesicht des fürstbischöflichen Gesandten zieht den Betrachter in seinen Bann. Auch dieser Würdenträger trägt der Mode entsprechend eine lockige Haarpracht und keinen Bart.

    Der große Baumeister Balthasar Neumann wurde ebenfalls hier zu Grabe getragen. Eine einfache kleine Bronzetafel erinnert seit Neumanns 200. Todestag im Jahre 1953 an die Ruhestätte des bedeutenden Architekten in der Marienkapelle.

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