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Das Camp Reinsehlen

Sehenswürdigkeiten | Schneverdingen

 
 

Das Camp Reinsehlen, heute ein Naturschutzgebiet mit der größten zusammenhängenden Sandmagerrasenfläche Niedersachsens, besitzt eine lange und recht wechselhafte Vergangenheit.

Bereits 1938 entstand hier, im Zuge der Wiederaufrüstung der deutschen Wehrmacht nach dem Ersten Weltkrieg, ein Fliegerhorst für die Luftwaffe. Der Flugplatz diente als Ausbildungs- und Einsatzflughafen (Deckname Posemuckel) unter anderem für Luftwaffen-Ausbildungs-Kompanien. Wie viele andere Plätze wurde auch Reinsehlen im Verlauf des Krieges stetig erweitert, so dass weitere getarnte Abstellplätze und Flugzeughallen sowie zahlreiche andere militärische Gebäude und Anlagen errichtet wurden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Camp den britischen Streitkräften übergeben, die es von 1946 bis 1949 als Flüchtlingslager für deutsche Flüchtlinge aus den Ostgebieten, speziell aus Schlesien, nutzten. Für diese Zwecke wurden extra ein Krankenhaus sowie eine Schule errichtet. Mit über 1.500 Personen war Reinsehlen eines der größten Flüchtlingslager Norddeutschlands

Ab 1950 wurde das Gelände von den britischen und kanadischen Truppen als Basiscamp für Panzerübungen genutzt. Zwar zogen die Kanadier bereits nach kurzer Zeit wieder ab, doch die Briten blieben und zerstörten mit ihren Kettenfahrzeugen große Teile der Natur. Alle Bemühungen und Proteste seitens der Bürgerinitiativen und des Verein Naturschutzpark halfen nicht, die zerstörerische Nutzung der Flächen zu verhindern. Erst 1994, mit dem Auslaufen des Soltau-Lüneburg-Abkommens, wurde der militärische Betrieb eingestellt und die britischen Streitkräfte wieder abgezogen. Bereits kurze Zeit später wurden auch die sogenannten „Nissenhütten“ abgerissen und es begannen weiträumige Renaturierungsmaßnahmen.

Inzwischen erinnern kaum noch Relikte an die militärische Nutzung und Verwüstung. Aus dem ehemaligen Offiziers-Kasino ist die Außenstelle der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz mit Seminar- und Tagungsräumen geworden und in den ehemaligen Panzerhallen finden nun Kino-Tage statt. Mit dem Camp Reinsehlen Hotel ist außerdem ein moderner Hotelkomplex entstanden, der sich nahtlos in das Gelände einfügt. Durch die großen Fensterfronten ist ein herrlicher Blick über die weite Landschaft frei gegeben. Lediglich die Panzerwaschanlage ist noch ein stiller Zeuge früherer Aktivitäten.

Auch die Kunst hat ihren Weg hierher gefunden. In einem ehemaligen Pferdestall hat sich der Frankfurter Künstler Jörg-Werner Schmidt ein Atelier eingerichtet. Im Jahr 2005 malte er auf eine Wand des Trafohäuschens ein Bild, das den Eindruck erweckt, die Wand würde „flimmern“. 2007 weihte Schmidt seine Knickpyramide ein und 2009 platzierte der dänische Künstler Jeppe Hein zwölf weiße Bänke, den sogenannten „Parcours“, auf dem Areal. Für dieses Projekt gewann er sogar den Landschaftskunstpreis „neuland“.

Das Camp Reinsehlen ist mit der Zeit also zu einem friedlichen Ort geworden, in dem man spazieren gehen und Fahrrad fahren kann. Man ist umgeben von einer einzigartigen Landschaft und kann neue Kraft tanken. Heute ist es schwer vorstellbar, dass hier vor gar nicht allzu langer Zeit schwere Geschütze durch den Sand gerollt sind und die Landschaft in eine hügelige Wüste verwandelt haben.

  • Adresse und Lage
Adresse:
Das Camp Reinsehlen
Reinsehlen, 29640 Schneverdingen
Lage:
 
Tags:
Sehenswürdigkeit
Copyright: Foto 1 : Schneverdingen Touristik , Foto 2 : Schneverdingen Touristik

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