Adrenalin pur in der Dominikanischen Republik: Zahlreiche Anbieter in Jarabacoa organisieren geführte Touren und mehrtägige Ausflüge für Anfänger und Fortgeschrittene. Abenteuerlustige testen ihre Nerven beim Rafting und Canyoning auf dem Río Jimenoa oder dem Río Yaque del Norte, für Trekkingfans ist der Pico Duarte hingegen eine spannende Herausforderung. Als Kolumbus die zweitgrößte Karibikinsel Hispaniola zum ersten Mal erblickte urteilte er: „das Schönste, was das menschliche Auge je gesehen hat".
Heute verkörpert die Dominikanische Republik für die meisten Europäer das Ideal vom karibischen Badeurlaub mit Traumstränden, Palmen, Merengue-Tanz, Cocktails und karibischer Lebensfreude. Nur wenige wissen, dass sich die beliebte Ferieninsel für viel mehr anbietet: Mit über 30 Nationalparks unterschiedlicher Vegetationszonen, dem höchsten Gebirge der Karibik und jeder Menge Kulturgütern aus der Kolonialzeit eignet sich das Land hervorragend für aktive und erlebnisreiche Ferien.
Schon Kolumbus erkannte die Vielfalt der Insel und schrieb nach seiner ersten Entdeckungsreise über die Karibik:
»Alle diese Inseln sind von erstaunlicher Fruchtbarkeit; doch gilt dieses in ganz besonderer Weise für Hispaniola. An ihrer Küste öffnen sich zahlreiche Häfen, viele große Flüsse münden hier ins Meer. Das Land ist hoch gelegen und wird von zahlreichen Gebirgsketten mit bedeutenden Erhebungen durchzogen...“
In den letzten Jahren erkennen immer mehr Reiseanbieter das einzigartige touristische Potential dieser landschaftlichen Vielfalt und sprechen verstärkt Natur- und Outdoor-Urlauber an.
Auf die Plätze, fertig los: Aktivurlaub in der Dominikanischen Republik
So abwechslungsreich die Landschaft in der Dominikanischen Republik, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, dort im Urlaub aktiv zu werden.
Magnet für alle, die sich für Canyoning, River-Rafting oder Gipfeltrekking interessieren, ist das Landesinnere mit seinen lebhaften Flüssen, tiefen Schluchten, steilen Felsen und dem höchsten Berg der Karibik, dem Pico Duarte mit 3.170 Metern. Idealer Ausgangspunkt für ein- oder mehrtägige Ausflüge in die Natur ist der Ort Jarabacoa, 600 Meter ü.d.M. gelegen, am Rande der Gebirgskette Cordillera Central. Hier, in den Tälern und auf den Höhen der nahezu unbesiedelten Bergkette vulkanischen Ursprungs, wird die Vielfalt der Insel Hispaniola besonders deutlich.
Statt Palmen erwarten den Besucher Pinienwälder und Erdbeerfelder in fast mitteleuropäischem Klima. Kein Wunder, dass die eher europäisch anmutende Bergwelt, die sich für Wander- oder Reitausflüge anbietet, den Beinamen „Dominikanische Alpen“ trägt. Auch Besuche spektakulärer Wasserfälle, River-Rafting oder Kajak-Ausflüge starten von Jarabacoa aus. Wem das nicht abenteuerlich genug ist, der sollte Canyoning ausprobieren. Der beste Ort dafür ist auf dem Río Jimenoa, einem Nebenfluss des längsten Flusses in der Karibik. Spannend aber nicht gefährlich sind die geführten Touren in den Gebirgsschluchten der Dominikanischen Republik. Zum kurzen Entspannen laden die natürlichen Wasserbuchten mit kristallklarem Wasser ein. Die komplette Ausrüstung –Neoprenanzug, Gummischuhe und Helm – leihen Gäste direkt bei den zahlreichen Anbietern aus.
Ein Wassersportzentrum ganz anderer Art ist Cabarete an der Nordküste der Insel. Dank seiner konstanten und nicht zu starken ganzjährigen Winde gilt der Ort als eines der weltweit besten Wind- und Kitesurf-Reviere. Seit 2000 findet hier alljährlich der Cabarete Kiteboarding World Cup statt. Inzwischen gibt es sogar einen speziell ausgewiesenen Kitesurfstrand, an dem sich die Fans dieses noch relativ jungen Sports versammeln. Wer es lieber „klassisch“ mag, kommt zum Angeln und Tiefsee¬fischen an die Nordküste. Vor allem von Puerto Plata aus werden Bootsausflüge für die Jagd auf Merline, Barrakudas, Haie, Thun- oder Schwertfische angeboten.
Auch Taucher finden rund um die Insel vielfältige Möglichkeiten, ihrem Hobby nachzugehen. Ein exzellentes Revier für Anfänger sind die flachen Riffe an der Nordküste zwischen Costámbar und Cabarete. Vor Sosúa und westlich davon lockt zum Beispiel das Tunnelsystem La Pirámide. Bei Río San Juan im Nordosten können in den Monaten Februar bis April Delphine und Buckelwale beobachtet werden. Die Costa de Coco vor Punta Cana bietet das mit 30 km längste Korallenriff des Landes. Im Südwesten, an der Bahía de Ocoa, können Taucher inmitten der üppigen submarinen Tier- und Pflanzenwelt sogar ein gesunkenes Flugzeugwrack erforschen.
Von jeher reich gesegnet mit Naturschätzen, hat die Dominikanische Republik jüngst begonnen, entsprechende Reiseangebote zu entwickeln.
Am Salzsee Lago Enriquillo im Südwesten des Landes, der nach dem berühmtesten Taino-Häuptling benannt wurde, können amerikanische Spitzmaulkrokodile, Nashorn-Leguane und eine der größten Flamingokolonien der Karibik beobachtet werden. Der 40 Meter unter dem Meeresspiegel gelegene Salz-See ist zugleich die trockenste Region der Insel, wo eine Vielzahl von Kakteen gedeihen. Er dient als Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen.
Ein weiteres Naturparadies ist die Halbinsel Samaná mit ihren malerischen Fels- und Sandbuchten, idyllischen Stränden unterschiedlicher Ausdehnung, markanten Riffen, und faszinierenden Wasserfällen. Ein großes Ereignis ist der jährliche Aufenthalt der Buckelwale, die zwischen Dezember und April die Bucht von Samaná ansteuern.
Im 208 km² großen Nationalpark Los Haitises in der Bucht von Samaná findet der Besucher eine Fülle kleiner Süßwasserflüsse und Mangrovenwälder, die in eine wunderschöne Korallen¬landschaft münden, glasklare Lagunen und sogar Tropfsteinhöhlen. Pelikane und andere tropische, seltene Vögel, wie zum Beispiel der Fregattvogel, lassen sich hier beobachten. Neben interessanten Geschichten über die Zeit, als die Höhlen Piraten als Unterschlupf dienten, bekommen Reisende hier ein Gefühl dafür, wie die Vegetation auf der Insel zu Zeiten von Kolumbus ausgesehen haben muss.
Die Entwicklung des Naturtourismus wird vom dominikanischen Tourismusministerium unterstützt und gefördert. Dafür wurde 1997 eine Unterabteilung des Ministeriums für Öko- und Naturtourismus geschaffen.
Bereits 1991 wurde mit dem CEBSE (Centro para la Conservación y Ecodesarrollo de la Bahía de Samaná y su Entorno, zu deutsch: „Zentrum für Schutz und nachhaltige ökologische Entwicklung der Bucht von Samaná und ihrer Umgebung“) eine gemeinnützige Organisation gegründet, um die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung der natürlichen und kulturellen Ressourcen in der Region zu fördern. CEBSE hat dabei die Aufgabe, alle am Tourismus Beteiligten in umwelt-relevanten Frage zu beraten und in die Planung mit einzubeziehen. Weiterhin fördert CEBSE die Gründung regionaler oder thematischer Organisationen. So wurden unter anderem zum Schutz des Wasserfalls Salto del Limón und des Lago Enriquillo sowie zur Kontrolle der alljährlichen Walbeobachtung eigenständige Naturschutz-Organisationen gegründet.
Textquelle: Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik