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Fado - UNESCO immateriellen Weltkulturerbes

Reportagen | Ovar

 
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Fado wurde von der UNESCO ausgezeichnet

Nun ist es offiziell: Der Fado wurde in die „Repräsentative Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen. Im 19. Jahrhundert in den Armenvierteln Lissabons und Coimbras entstanden, entwickelte sich der Fado zu einer gelebten Tradition und zu einem starken Element der portugiesischen Identität. Er zieht sich durch unterschiedliche Bereiche der portugiesischen Kultur. In der Begründung der UNESCO heißt es: "Der Fado ist eine musikalische und lyrische Ausdrucksform von großer Vielseitigkeit, der das Gefühl der Zugehörigkeit und Identität innerhalb der Lissaboner Gemeinschaft verstärkt.“ Beim immateriellen Weltkulturerbe geht es um gelebte Traditionen. Bislang gehörten zu diesem Erbe unter anderem der Flamenco und die Mittelmeerküche.
www.portaldofado.net

Traurige Lieder und schäumende Lebenslust

Fado bedeutet Schicksal. Und Fado ist weder Folklore noch Volksmusik. Vielmehr, so sagt man, ist Fado der Ausdruck der portugiesischen Seele, der viel beschworenen saudade. Doch es ist nicht Portugal, das den Fado hervorgebracht hat. Entstanden sind die herbzarten Lieder über die Schwere des Alltags, die Schmerzen der Liebe, die Sehnsucht nach dem Meer, die verzweifelte Suche nach etwas nie Gehabtem oder für immer Verlorenem in den Armenvierteln von Lissabon.

In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts hörte die Lissabonner Gesellschaft in den Volkskneipen der Alfâma, der Mouraria, des Bairro Alto und des Madragoa-Viertels erstmals die innigen Klänge des Fado. Seine berühmteste Interpretin damals war Maria Severa, die singende Kurtisane aus der Mouraria. Ihren Gesang – und den der meisten fadistas nach ihr – begleitete die viola, die spanischen Gitarre, und die guitarra portuguesa, eine Art Laute. Die unvergessene, große alte Dame des Fado im 20. Jahrhundert ist Amália Rodrigues. Auch nach ihrem Tod (1999) wird sie – vor allem in ihrem Geburtsviertel, der Alfama – noch immer wie eine Göttin verehrt.

Amálias Wohnhaus in Lissabon, das im Juli 2001 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, hat sich nicht nur bei den Lisboetas zur Pilgerstätte entwickelt. Inzwischen haben junge Sängerinnen wie Mísia, Christina Branco oder Mariza die Fado-Tradition entdeckt, mit Hilfe von zeitgenössischen Texten runderneuert und mit neuem Leben erfüllt. In Lissabon gibt es auch ein eigenes Fado-Museum – die „Casa do Fado e da Guitarra Portuguesa" am Rande der Alfama.

Eher ein entfernter Verwandter des Fado in Lissabon ist der Fado de Coimbra. In den seit dem 19. Jahrhundert in der Universitätsstadt Coimbra gesungene Balladen geht es meist um das studentische Leben und die Liebe. Viele Texte sind dabei kritisch und politisch. Während der Salazar-Diktatur war diese Musik Ausdruck der Opposition gegen die soziale Verelendung des Volkes.
Auch in den früheren portugiesischen Kolonien hat sich der Fado verbreitet und zu eigenen Formen entwickelt: Auf den Kapverden wurde die Morna der Sängerin Cesária Évora berühmt, in Brasilien wird der Choro gesungen.

Romarias, Prozessionen und Festas
Ohne sie wäre portugiesisches Alltagsleben kaum vorstellbar: Traditionelle Feste, meist mit viel Musik und Tanz und oft mit religiösem Hintergrund prägen den Kalender vom Bergland bis zur Algarve. Im Juni werden in ganz Portugal die drei Volksheiligen gefeiert: Antonius, Johannes und Petrus. Zu ihren Ehren gibt es Wein, Brot mit Sardinen, Straßenumzüge, Tänze, Feuerwerk und jede Menge guter Laune.
Santo António wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert, vor allem in Lissabon, wo Antonius lebte. Es gibt prachtvolle Straßenumzüge (Marchas Populares) und Hochzeiten, die Casamentos de Santo António.

Der populärste Heilige in ganz Portugal ist São João (Hl. Johannes), der am Johannistag vor allem in Porto und Braga gefeiert wird. Zu Ehren von São Pedro werden am 28. und 29. Juni besonders in Póvoa de Varzim und Barcelos riesige Feuer (fogueiras) entzündet.
Fast immer sind die traditionellen Feste ein willkommener Anlass, historische Trachten aus dem Schrank zu holen und farbenprächtige Blumenteppiche zu legen.
Besonders spektakulär wird in Portugal das Osterfest begangen. In Braga ziehen bei der Prozession des Ecce Homo am Gründonnerstag farricocos (barfüßige Männer mit Tuniken und mit Kapuzen auf dem Kopf) durch die Straße.

In der Region von Castelo de Vide weiter im Süden prägen jüdische Wurzeln das Fest. Samstagmorgen stürmen die Hirten der Region mit ihren Herden das Zentrum der Kleinstadt, um die Segnung zu erhalten. Nachts, bei der Osterwache, kommen die Menschen und bitten vertraulich um Vergebung, eine Reminiszenz an das jüdische Versöhnungsfest Yom Kippur.
Weitere Höhepunkte im portugiesischen Festkalender: In Ovar (Beiras), in Torres Vedras (im Tejo-Tal) und in Loulé (Algarve) wird der Karneval mit farbenprächtigen Umzügen gefeiert. Bald danach locken das Fest der Blumen in der Hauptstadt von Madeira oder die Feiern zum Heiligen Geist auf den Azoren. Und zum Jahresende begleitet um Mitternacht ein buntes Feuerwerk das Geläut der Kirchenglocken.

  • Adresse und Lage
Adresse:
Fado - UNESCO immateriellen Weltkulturerbes
, Ovar
Lage:
 
Tags:
Artikel, Reportage
Textquelle: Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt / Euro RSCG ABC GmbH, Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt Copyright: Foto 1 : Turismo de Portugal / Jose Manuel , Foto 2 : Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt
 
 
 
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