Pellworm macht seit Jahren durch Ökologie-Projekte von sich reden: Ein Wind-Sonne-Kraftwerk produziert umweltfreundliche Energie. Viele Bauern haben auf ökologischen Landbau umgestellt. Wie die ökologisch vorbildliche Insel mit der Nutzung von Biomasse und Wärmespeichern unabhängig vom Festland werden will, erfahren Besucher im Infozentrum am Hybridkraftwerk, das einst das größte Europas war.
1990 gründete sich auf Pellworm der Verein Ökologisch Wirtschaften. Er hat das Ziel, ökologische Wirtschaftsweisen in Landwirtschaft, Tourismus und Energieerzeugung umzusetzen. So herrscht Übereinkunft, die Naturschönheit Pellworms zu erhalten und den großen Touristenrummel, wie er auf anderen Nordseeinseln auftritt, zu verhindern. Auch unter den Landwirten ist der Ökologiegedanke stärker vertreten als im Bundesdurchschnitt. 13 Prozent der Anbauflächen werden ökologisch bewirtschaftet.
Pellworm war beteiligt am Expo-Projekt Dorf 2000 ? Beispiele nachhaltiger Landentwicklung. Neben dem intensiven Küsten- und Naturschutz ist Pellworms vornehmliches Ziel die eigenständige Energieversorgung.
Auf Pellworm bläst ein kräftiger Wind und die Sonne scheint laut einer Studie genauso oft wie in Mailand. Die Nutzung dieser kostenlosen Energiequellen liegt nah. Pellworm setzt seit 1982 auf regenerative Energien. Damals feierte man die Inbetriebnahme der größten Solaranlage Europas. Da im Winter weniger die Sonne scheint, dafür aber stärkere Winde vorherrschen, stellte man Windräder auf. Mit dieser Hybridanlage, der Kombination von Sonnen- und Windenergie, kommt man dem Ziel näher, die regenerative Energieerzeugung zu sichern. Die Leute wollen ja nicht plötzlich im Dunkeln sitzen.
Eine weitere Erhöhung des regenerativen Anteils an der Energieerzeugung soll durch den Bau von Biogasanlagen erreicht werden. Diese Anlagen werden gespeist durch Organismen (Biomasse) wie Holz, Stroh, Gras, Dung und organischen Hausmüll. Es ist vorgesehen, dass die Bauern zukünftig auf einem Teil der Landflächen spezielle schnell wachsende Pflanzen anbauen sollen.
Revolutionär sind die derzeit laufenden Versuche, überschüssigen Strom der Sonnenkollektoren im Erdreich unter der Insel zu speichern. Diese im Sommer in Form von Warmwasser gespeicherte Energie soll im Winter Häuser der nahen Ortschaft Tammensiel beheizen. Eingehend informieren können Sie sich darüber im Informationszentrum, das sich inmitten des Solarfeldes befindet.
Das Pellwormer Energiekonzept stößt neben Zustimmung auch auf Skepsis der Insulaner. Detailfragen sind unklar und oft spielen die hohen Kosten für Investitionen eine große Rolle. Es scheint noch viel Überzeugungsarbeit nötig, damit Pellworm sein ehrgeiziges Ziel erreicht, seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen zu erzeugen.
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