Leipzig - und sein Nachtleben Leipzig

Drallewatsch
Kaffeehaus Requiet
Indian Gate

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    Adresse:
    Drallewatsch
    04109 Leipzig
    Website:
    Website besuchen

    Wer südländisches Flair genießen will, kann das auch in Leipzig tun. "Wie in Italien", schwärmen viele Gäste, wenn sie das erste Mal abends durch die Gassen der Innenstadt ziehen. Für diese Atmosphäre sorgt die Konzentration an Gastronomie und Kultur, die wirkungsvoll mit den alten Handelshöfen und Passagen verknüpft ist. Die Leipziger und die Touristen zieht es im Sommer immer häufiger zum abendlichen Amüsement auf die Straßen - zum Quatschen, Biertrinken, Tanzen, Sommertheater oder einfach nur "Leute gucken".

    Mittlerweile hat sich "L.E", wie Leipzig von vielen Einheimischen trendig und liebevoll genannt wird, einen hervorragenden Namen als Stadt der Freisitz-Kultur gemacht. Der Begriff Freisitz, der in anderen Städten eher durch Biergarten ersetzt wird, besitzt in Leipzig Kult-Status. Denn richtig große Biergärten, wie man sie aus Bayern kennt, gibt es in Leipzig nur wenige. Stattdessen laden die Kneipen und Restaurants ihre Gäste zur gemütlichen Freisitzrunde ein. Von den über 1.400 in Leipzig ansässigen Gaststätten (vom Szene-Pub bis zum China-Restaurant) verfügen inzwischen 1.240 über Freisitze. Außer den Lokalen, die in einem allgemeinen Wohngebiet liegen, dürfen alle Einrichtungen bis "Open End" öffnen.

    Besonders die Innenstadt strahlt ab 23 Uhr Volksfest-Charakter aus. Dann sammelt sich Jung und Alt nach dem Motto: "Sehen und Gesehen werden" und genießt das Theater auf der Straße. Der Banker philosophiert mit der Kunststudentin und die Computerspezialistin zieht die feuchtfröhliche Kommunikation mit Gleichgesinnten einem nächtlichen Live-Chat vor. Toleranz wird in Leipzig groß geschrieben. Im Gegensatz zu anderen Städten gibt es kaum Lokale, wo der spontane Besucher den Eindruck hat, hier gehöre ich nicht dazu.

    Das Phänomen der Freisitz-Kultur war bereits früher vorhanden, hat sich jedoch erst nach 1990 schlagartig entwickelt. Als Katalysator wirkten dabei die städtische Strategie der "fußgängerfreundlichen Innenstadt" sowie die großzügige Erteilung von Freisitz-Genehmigungen. Aber auch bauliche Maßnahmen wie die Sanierung der alten Messehäuser und ihrer Innenhöfe sowie die Verbreiterung der Fußwege (z.B. in der Gottschedstraße) förderten diese Entwicklung. Dröhnende Motoren und Autoabgase sind mittlerweile für die Besucher der Kneipenmeile "Drallewatsch" ein Fremdwort. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stimmig. So sind besonders Gäste aus dem Westen Deutschlands von dem schmackhaften Essen angetan, das - verglichen mit anderen Großstädten - auch noch sehr preiswert ist.

    Die Vielfalt der Küche ist atemberaubend. Allein im Bereich der 0,8 Quadratkilometer großen Innenstadt findet man innerhalb weniger Meter vom traditionsreichen sächsischen Restaurant über den Edel-Italiener bis hin zum überfüllten Irish-Pub ein breites gastronomisches Angebot. Die Vielfalt führte dazu, dass besonders die Leipziger das sogenannte "Kneipen-Hopping" bevorzugen und an einem Abend mehrmals die Lokalität wechseln. Fragt man besonders junge Leute nach ihrer Stammkneipe, wird man selten eine eindeutige Antwort erhalten. Was heute noch "In" ist, ist morgen bereits "Out".

    Auch Lokalitäten, wo ausschließlich Touristen verkehren, gibt es in Leipzig kaum. Deshalb ist es relativ einfach, Kontakt mit Einheimischen oder hier Studierenden zu finden. Touristische Anziehungspunkte sind natürlich besonders die historischen Stätten in der Innenstadt. So kann man von den Freisitzen am Nikolaikirchhof am Abend ungestört den Blick auf die traditionsreiche Nikolaikirche genießen, die Ausgangspunkt der friedlichen Montagsdemonstrationen war. Historisches Flair atmet auch der Naschmarkt. Dort nimmt man Platz unter Goethes Aufsicht. Das Denkmal zeigt den Dichterfürst als Studenten in einer Zeit, da er mehr mit der Liebe zu schönen Leipzigerinnen und dem Nachtleben in "Auerbachs Keller" beschäftigt war, als mit dem Studium. Ihm zur Seite haben sich Jahrhunderte versammelt. So befinden sich hier die barocke Alte Handelsbörse und das Alte Rathaus, eines der schönsten Renaissance-Rathäuser in Deutschland.

    Wer genug getrunken und gespeist hat, kann sich fünf Minuten entfernt in Europas größtem Studentenclub "Moritzbastei" amüsieren und nach Musik, die von Blues über Samba bis zu Dark Wave reicht, abtanzen. Das Flair in den alten Festungskatakomben ist einzigartig und das tolerante Publikum international. Im Bereich der Innenstadt befinden sich weitere gut besuchte Diskotheken wie "Nachtcafé", "JAM-Dancehall", "Dark Flower" und "SPIZZ", die mit aktuellen Sounds vor allem ein junges Publikum anziehen.

    Gepflegter geht es in der Diskothek "Markt 1" sowie im "New Eden" zu. Die Musik reicht von Oldie bis Pop und statt Reudnitzer und Ur-Krostitzer-Bier wird hier häufiger Rotkäppchen-Sekt ausgeschenkt. Reichlich Bewegung - jedoch anderer Art - gibt es auch im "Metropolis", das sich am Beginn der Gastronomiemeile "Drallewatsch" in der Großen Fleischergasse befindet. Hier lässt man(n) die Puppen tanzen. Die ganze Nacht über werden die Gäste von temperamentvollen Tänzerinnen mit Table Dance in Atem gehalten. Wer davon genug hat, gönnt sich einige Meter weiter auf einem Freisitz ein "kühles Blondes". Eine Uhr sucht man im rappelvollen Barfußgässchen vergeblich, denn dem Glücklichen schlägt in Leipzig keine (Sperr-)Stunde...

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