Schnoorviertel Bremen

Ältestes erhaltenes Wohnviertel Bremens
Idyllische Stimmung
Schmale Häuser
Schnoorbrunnen
Ein „Schietgang“

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    Adresse:
    Schnoor
    28195 Bremen

    Kleine Gassen und schmale, schiefe Häuser prägen das Bild des Schnoorviertels. Auf Kopfsteinpflaster schlendern Besucher durch das älteste noch erhaltene Wohnviertel Bremens.

    Feuchtes Bauland und schiefe Häuser

    Vom Marktplatz kommend gelangt der Besucher über die Balgebrückstraße ins Schnoorviertel. Wenn am Abend die Lampen leuchten und das Licht warm aus den Fenstern auf die Straße fällt, herrscht in dem Viertel eine idyllische Stimmung.

    Die Balge war bis 1838 ein Nebenarm der Weser, der mitten durch das Viertel floss. An diesem Flusslauf siedelten sich vor allem Flussfischer und Schiffer an. Nachdem im 13. Jahrhundert die Franziskaner dorthin gekommen waren, zogen auch immer mehr Handwerker ins Schnoorviertel. Die Balgebrückstraße erinnert noch an eine der Brücken, die über die Balge führte. Im 19. Jahrhundert wurde die Balge zugeschüttet, um Bauland zu gewinnen. Die Häuser, die dort gebaut wurden, sackten ein. Sie sind auch heute noch schief.

    Schmale Häuser wegen der Steuer

    Warum das Viertel den Namen Schnoor trägt, fällt einem in der gleichnamigen Straße gleich ins Auge. Denn Schnoor ist Plattdeutsch und bedeutet Schnur. Wie die Perlen an einer Schnur reihen sich die auffällig schmalen Häuser aneinander. Diese stammen vorwiegend aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Grund für diese Bauform waren die damaligen Steuergesetze. Die Höhe der Steuer hing von der Breite des Hauses ab. Folglich bauten die Menschen damals schmale, hohe Häuser.

    Historisch gewachsener Charakter

    Zwar war der Schnoor von den Bombardierungen der Bremer Innenstadt im Zweiten Weltkrieg nicht so stark betroffen. Doch das Viertel war über die Jahrhunderte hinweg sehr heruntergekommen. Deshalb wurden Ende der 50er Jahre schon Pläne gemacht, die Häuser abzureißen. Als sich jedoch immer wieder Bürgerproteste erhoben, entschied sich die Stadt dafür, das Viertel zu erhalten. Restauriert wurde nach alten Plänen

    Von aufgeweichten Straßen und Schutt

    Das Viertel in Wesernähe wurde auf schlammigem Gebiet gebaut. Immer, wenn es regnete, und die Straßen aufweichten, wurden sie mit Schutt aufgeschüttet. Doch das führte dazu, dass die Wege höher lagen als die Häuser und dadurch bei starkem Regen Wasser und Schlamm abwärts in die Wohnräume floss. Um das Niveau anzugleichen, leisteten sich die reicheren Bewohner ein neues Fundament oder Treppenstufen. Kurios: Deshalb kann man bei einigen Häusern, wie dem Hocke-Haus, von der Straße aus in das zweite Stockwerk sehen.

    Die Schietgänge

    Wer genau hinsieht, kann zwischen einigen Häusern ganz schmale, enge Gänge erkennen. Gerade mal eine Person kann sich dort hindurch schlängeln. Diese Gänge heißen auf Plattdeutsch "Schietgänge". Sie erleichterten den Menschen im Mittelalter das Leben, denn schließlich gab es noch keine Spültoiletten, und der Müll musste auch entsorgt werden. Aufgrund dieser "Schietgänge" mussten sie mit ihrem Müll und den Exkrementen nicht durch das gesamte Viertel laufen, sondern konnten zum Teil zwischen den Häusern entlang zur Entsorgungsstelle gehen.

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