Australien, Afrika, Südamerika - in Bremen können Besucher die ganze Welt unter einem Dach erleben. Nur 100 Meter vom Bremer Hauptbahnhof entfernt steht das Übersee-Museum.
Es bietet Wissenswertes über die Menschen aller Kontinente, die Meere und natürlich auch über die Hansestadt selbst. Wer das Übersee-Museum betritt, wird im Erdgeschoss in den Bann der Südsee gezogen. Hier wurde ein traditionelles Südseedorf aufgebaut, um die Lebensbedingungen der Menschen aus dieser Region darzustellen.
Die Südsee wird im Übersee-Museum vom fünften Kontinent Australien umrahmt. Direkt daneben findet der Besucher Asien. Schwerpunkte sind Indonesien, Indien, China und Japan. Die für uns oft befremdende asiatische Kultur wird hier ausführlich dargestellt. So erfreut ein japanischer Garten das Auge: Hier können die Besucher die Schönheit der Natur genießen. Er darf jedoch nicht betreten werden.
Ein Stockwerk höher taucht der Besucher in die Sahara ein. Schon von weitem ist ein lebensgroßes Kamel mit seinem Reiter zu erkennen. Das Kamel ermöglichte es den Nordafrikanern erst, die Wüste zu durchqueren. Es stammt eigentlich aus Asien und wurde im 1. Jahrhundert nach Christus durch die Römer auch in Afrika heimisch. Zelte und Hütten zeigen die Wohnkulturen auf dem afrikanischen Kontinent. Schaukästen machen deutlich, dass es auch ein Leben in der Nacht gibt. Denn viele Tiere entziehen sich der Hitze der Wüstenregionen am Tag und suchen sich ihre Beute im Schutz der Nacht.
Amerika: Seit der "Entdeckung" durch Kolumbus 1492 zieht die "Neue Welt" die Menschen an. Der Kontinent war stets ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen, und das schon, bevor sich die Europäer dort angesiedelt haben. Fauna, Flora, Kunst und Kultur - die Entwicklung des Kontinents in allen Facetten wird hier dargestellt.
Im zweiten Obergeschoss können die Besucher auf eine Reise durch die Vergangenheit und Gegenwart Bremens gehen. Wegen der engen Beziehung der Stadt zum Wasser sind der Freihafen und der Schiffsbausektor als Modelle zu sehen. Aber das Schmuckstück der Ausstellung ist ein alter Kolonialwarenladen. In den hohen Regalen stapeln sich große Kaffee- und Teedosen. Auf dem Tresen steht eine alte Kasse, als warte sie auf den nächsten Kunden.
Wer sich für menschliche Kulturen interessiert, gelangt irgendwann unweigerlich zur Frage nach dem Ursprung des Menschen überhaupt. So ist im Übersee-Museum auch das Thema der Evolution zu finden. Ein Dinosaurier-Skelett verdeutlicht, dass es schon lange vor der Entwicklung des Menschen Leben auf der Erde gab. Das 100.000-fach vergrößerte Modell einer menschlichen Darmzelle und das Modell eines DNA-Stranges sind einprägsame Beispiele für die elementaren Bestandteile der Lebewesen allgemein.
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