Kopfsteinpflaster, historische Gebäude, aber auch moderne Einkaufspassagen und Kaufhäuser - das ist die Bremer Fußgängerzone. Während des typischen Bremer Schmuddelwetters oder bei Sonnenschein, in den überdachten Passagen kommt der Besucher trockenen Fußes in die Läden. Der Nachteil: Die Straßenbahn schlängelt sich mitten durch die autofreie Zone.
Wer vom Bahnhof aus seinen Einkaufsbummel starten möchte, spaziert durch die Hillmann-Passage und über die Straße Herdentor, dann betritt er die Fußgängerzone über die Sögestraße. Söge ist der plattdeutsche Ausdruck für Sau - die Sögestraße war früher der Sauenweg. Hier haben die Bremer ihre Schweine hinaus aus der Stadt auf die Weiden getrieben. Heute erinnert daran nicht nur der Name, sondern auch eine Skulpturengruppe, die gleich am Anfang der Straße steht. Seit 1974 besteht die Fußgängerzone.
Die Schweinegruppe aus Bronze gibt es ebenfalls seit 1974. Die damaligen Kaufleute haben sie der Stadt geschenkt. Der Künstler Peter Lehmann hat die Figuren geschaffen. Damit wollte er jedoch nicht nur die Sögestraße und ihre Geschichte dokumentieren, sondern auch das Treiben in der Fußgängerstraße symbolisieren. Neben einem Schweinehirten und seinem Hund hat er ein Schweine-Pärchen geschaffen, das aussieht, als würde es durch die Straße schlendern. Eine Sau mit ihren Ferkeln stellt eine allein erziehende Mutter dar, die sich mit ihren Kindern durch die Fußgängerzone kämpft.
An Juweliergeschäften, Bäckereien und Modeläden vorbei führt der Weg zur mit Glas überdachten Katharinen-Passage. Die Bremer nennen sie liebevoll Katharina. Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts stand an diesem Platz ein Dominikanerkloster. Im Jahr 1528 während der Reformation wurde das Kloster jedoch aufgelöst. Danach diente es unterschiedlichen Zwecken: Die Stadtbibliothek war dort untergebracht und von 1899 bis 1905 beherbergte es das Focke-Museum.
Im Zweiten Weltkriege wurde es so schwer beschädigt, dass es 1961 abgerissen wurde. Ende der 80er Jahre wurde die Glaspassage mit einer Reihe exklusiver Boutiquen gebaut. Das Refektorium des ehemaligen Katharinen-Klosters ist das einzige Relikt aus vergangenen Zeiten. Über diesem Gewölbe wurde die Hochgarage gebaut, darunter liegt das Lokal "Wienerwald".
Ein Nachteil der Bremer Innenstadt ist die Straßenbahn. Zwar werden die Einkaufsbummler weder in den Passagen noch in der Sögestraße durch die Bahn gestört, doch sie fährt mitten durch die Obernstraße und direkt am Marktplatz vorbei. Der Vorteil: Die Fußgängerzone hat eine direkte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Doch bei jedem Glockensignal der Straßenbahn gilt es zur Seite zu gehen, um nicht unter die Räder zu kommen.
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