Für das geistige und kulturelle Wohl wird im nahe gelegenen Theater gesorgt, das südlich des Kurhauses am Goetheplatz erbaut wurde. Auf einem kurzen Spaziergang durch die Parkanlage, die sich von der Trinkhalle bis zum Theater erstreckt, gelangt man zum Goetheplatz. Die kastenartige Form des Gebäudes wird durch einen skulpturengeschmückten Dreiecks-Dachgiebel durchbrochen. Dargestellte Figuren sind im Giebelschmuck und den Reliefmedaillons Schiller, Goethe und die neun Musen.
Das Theaterhaus wurde im "Pariser Neubarock" zwischen 1860 und 1862 von Charles Couteau und Ludwig Lang errichtet. Die Familie Bénazet hat auch beim Bau und der Gestaltung des Theaters finanziell und stilistisch ihren Einfluss geltend gemacht.
Die Fassade des zweigeschossigen Baus ist durch einen balkonartigen Gebäudevorsprung unterhalb der hohen Rundbogenfenster und durch Säulenbesatz aufgelockert. 1992 wurde dem Theater durch Renovierungs- und Sanierungsarbeiten außen und innen zu neuem Glanz verholfen. Wiedereröffnet wurde die Schaubühne mit der Aufführung der Oper "Béatrice und Bénedict", die Mitte des 19. Jahrhunderts eigens für die Ersteröffnung von Hector Berlioz komponiert worden war. Angefangen bei dem Spiegelsaal nach Versailler Vorbild, der auch für Trauungen angemietet werden kann, bis zum Innenraum des Theaters präsentieren sich die Räumlichkeiten in Prunk und Pracht französischer Königshäuser.
Farblich ist der reich verzierte Zuschauerraum in Rot, Gold und Creme gehalten. Über dem Saal mit den übereinander nach hinten versetzten Rängen schweben gemalte Engelein und Musen. Die Deckenmalerei wurde von den Theatermalern A. J. Mazerolle und C.-A. Cambon entworfen. Getragen wird die Decke nach griechischem Vorbild von Säulen in Mädchengestalt. Schwere rote Samtvorhänge und ein gewaltiger Lüster in der Raummitte machen die schwülstige Einrichtung vollkommen.
Gruppen können das Theater nach vorheriger Anmeldung außerhalb der Probezeiten zwischen 10.00 und 14.00 Uhr und der Sommerpause von Mitte Juli bis Ende August besichtigen. Empfehlenswerter ist jedoch die Besichtigung mit dem Besuch einer Vorstellung zu verbinden, um das kulturelle Erlebnis abzurunden. Der Spielplan der Sprechbühne reicht von der Klassik bis zur Moderne.
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