Schon vor Beginn der Ausbauarbeiten beschloss Jakob I. einen weiteren Wohnsitz in Stadtnähe errichten zu lassen. 1430 begann er mit den Bauarbeiten zum Neuen Schloss auf dem Florentinerberg. Sein Nachfolger Christoph I. war der erste Markgraf, der das Neue Schloss als ständige Residenz bezog. Das Schloss Hohenbaden blieb ebenfalls in Betrieb. Durch einen Brand 1590 wurde dessen Schicksal besiegelt, es verfiel zusehends. Kontakt:
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Auch für das Neue Schloss wählte der Erbauer eine erhabene Lage dicht über der Stadt auf dem Florentinerberg. Heute ist der Herrschersitz verlassen und verriegelt, aber noch von außen zu besichtigen. Seit dem Tod der Großherzogin Luise 1923 standen die Prachtbauten fast immer leer. Bei einer Aufsehen erregenden Auktion durch Sothebys 1995 wurden große Teile der Einrichtung und Kunstwerke unter den Hammer gebracht und vieles Japanern zugeschlagen. Das Land Baden-Württemberg konnte sich nur einige der Kunstschätze sichern.
Erst vor kurzem fand man einen Käufer für den dringend renovierungsbedürftigen Gebäudekomplex. Geplant ist, ein modernes Hotel im Schlosspark zu bauen. Das Hauptgebäude des Schlosses würde dann als Empfangs-, Konferenz- und Veranstaltungsstätte umgestaltet werden. Dieses Bauvorhaben ist jedoch vertraglich noch nicht gesichert. Bis dahin müssen sich die Besucher der Stadt mit der Außenansicht der brach liegenden Gebäude begnügen. Der Schlossgarten ist nicht mehr zugänglich.
Empfehlenswert ist der Aufstieg zum Neuen Schloss vom Marktplatz aus über die Treppen. In den terrassenartigen italienischen Gärten am Hang wachsen südländische Pflanzen. Pinien, Zypressen, Magnolien, Kamelien, Orangen- und Zitronenbäume gedeihen auf dem Boden des Florentinerberges, der von den inneren Thermalquellen gewärmt wird. Oben angekommen betritt man durch einen spätmittelalterlichen Torturm den quadratischen Innenhof. Rechter Hand erstreckt sich der lange, flache Remisentrakt, in dem das Schlosscafe untergebracht ist. Links steht der so genannte Kavaliersbau und in der Mitte prangt der Renaissancepalast.
Im Zentrum der kolossalen Gebäudefassade sind übereinander ein prächtiges Renaissanceportal mit barockem Giebel und ein Dachreiter mit Kuppel angeordnet. Weitere Akzente setzen die kleinen Fenstervorsprünge mit schmuckvollen Rahmen seitlich des Dachreiters.
Zwischen 1573 und 1575 wurde der prachtvolle Renaissancepalast vom Baumeister Caspar Weinhart erbaut und vom Maler Tobias Stimmer verschönert. Das repräsentative Antlitz bot ein angemessenes Ambiente für das höfische Leben zwischen diplomatischen Empfängen und rauschenden Bällen. Beim großen Brand 1689 wurde der Gebäudetrakt zum Teil zerstört. Die Markgrafen verlegten daraufhin ihren ständigen Regierungs- und Wohnsitz erst nach Rastatt und später nach Karlsruhe.
Erst nachdem der Kurort Baden-Baden Mitte des 19. Jahrhunderts zu neuer Blüte erwachte, wurde das wieder hergestellte Neue Schloss restauriert und als Sommerresidenz der Markgrafen genutzt, bis es Anfang des 20. Jahrhunderts wieder in einen Dornröschenschlaf versetzt wurde. Die geplanten Bauvorhaben werden dem Anwesen hoffentlich den Glanz und die Lebendigkeit vergangener Tage zurück bringen.
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