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Kurhaus

Das Kurhaus, ehemals "Neues Konversationshaus" genannt, ist eines der architektonischen und gesellschaftlichen Glanzlichter Baden-Badens. Die strahlend weiße Fassade mit den acht korinthischen Säulen, dem Fries und dem Wandelgang im klassizistischen Stil bildet den architektonischen Auftakt zu den prachtvollen Sälen im Inneren des Gebäudes. Seit ca. 180 Jahren ist das Kurhaus der bedeutendste Unterhaltungstempel der Stadt. Vor allem ist es für die älteste und größte Spielbank Deutschlands bekannt.

Die Festsäle

Gebaut wurde das Neue Konversationshaus 1821 bis 1824 von dem bedeutenden klassizistischen Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner. Der schlichte, lang gestreckte Bau lässt von außen nicht das Ausmaß und die Pracht der Räumlichkeiten vermuten, die sich darin verbergen.

Neben den prunkvollen Räumen des Casinos im Erdgeschoss sind im ersten Stockwerk der "Bénazet-Saal" als Veranstaltungsort für Bälle, der "Runde Saal" und der "Konferenzsaal" untergebracht. Der Konzertsaal, der nach dem Erbauer "Weinbrenner" benannt wurde, befindet sich zu ebener Erde, ebenso wie das Restaurant.

Des einen Freud, des anderen Leid

Im rechten Flügel des Kurhauses ist seit 1824 die Spielbank Baden-Badens einquartiert, die eine ereignisreiche Geschichte hinter sich hat. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts war für das Glücksspiel im Konversationshaus endlich ein stilvoller Rahmen gefunden worden, in dem das Hazard-Spiel, das später Roulette genannt wurde, konzessioniert und kontrolliert ablaufen konnte.

Doch schon 50 Jahre später bereitete ein strenger Sittenwächter dem Spiel(be)trieb ein jähes Ende. 1872 wurde das Casino vom Großherzog Badens Friedrich I. geschlossen, da es den moralischen Grundsätzen einer zunehmend puritanisch orientierten Gesellschaft nicht mehr entsprach. Die vornehmen Räume wurden fortan für Bälle, Konzerte und Theateraufführungen genutzt.

Majestätische Räumlichkeiten

In der Zeit vor der Schließung des Casinos erfreute sich das Glücksspiel einer solchen Beliebtheit, dass die Räumlichkeiten immer weiter ausgedehnt werden mussten. Der einflussreiche Spielbankchef Jean Jaques Bénazet sorgte dafür, dass die Spielsäle in französischer Eleganz ausgestattet wurden. Damit beauftragte er u.a. den französischen Bühnenbildner Charles Polycarpe Séchan, der bereits das Pantheon und die Apollo-Galerie des Louvre restauriert hatte. Es entstand der Wintergarten, der Rote Saal, der Salon Pompadour und der Florentiner Saal.

Die Säle und Räume sind dem Stil französischer Königsschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts, dem so genannten "Zweiten Rokoko", nachempfunden, ausgestattet mit riesigen Wand- und Deckenmalereien, kostbaren Brokaten, Skulpturen, Gemälden, weißem Marmor und gewaltigen Lüstern. In diesem Stil sind die Räumlichkeiten noch heute erhalten und außerhalb des Spielbetriebs zwischen 10.00 und 12.00 Uhr zu besichtigen.

Am 31. Oktober 1933 wurde das Casino Baden-Baden zum zweiten Mal, diesmal vom nationalsozialistischen Regime eröffnet, um anderen europäischen Staaten in nichts nachzustehen. Zudem sollten Devisen ins Land fließen. 1944 wurde die Spielbank abermals geschlossen. Die vorerst letzte Wiedereröffnung fand 1950 im Beisein von 500 geladenen Gästen statt. Seitdem besuchen bis zu 600.000 Gäste jährlich das Casino. Laut Marlene Dietrich die "schönste Spielbank der Welt".

Adresse und Kontaktinfos

Kurhaus
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Kaiserallee 1 76530 Baden-Baden Telefonnummer:: 07221 / 21 06 0

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