Das schmucklose, neoklassizistische Gebäude der staatlichen Kunsthalle bildet den architektonischen Abschluss des Kurviertels zum Park. Angesichts der schnörkeligen Bauwerke des Theaters und der Trinkhalle hat die Schlichtheit der Kunsthalle nach ihrer Fertigstellung schon so manche Gemüter erhitzt. Das Haus der Kunst beschrieb Anfang des 20. Jahrhunderts eine neue Form der Architektur, die gekennzeichnet war durch Sachlichkeit und Einfachheit.
1908 entwarfen die Architekten Hermann Billing und Wilhelm Vittali das umstrittene Gebäude für die "Freie Künstlervereinigung Baden-Baden e.V.". 1929 ging die Kunsthalle in stattlichen Besitz über. Eine Lichtinstallation des Künstlers Dan Flavin brachte 1989 etwas Farbe in Form von verschiedenen Neonröhren an die weiße Außenfassade.
Seit 1956 ist die Kunsthalle der internationalen kontemporären Kunst verpflichtet. In den Räumen des zweigeschossigen Museums finden ständig wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler statt. In den vergangenen Jahren weckten immer wieder Ausstellungen das Interesse von Kollegen an einer Übernahme in andere Ausstellungshäuser. Daran ist abzulesen, dass der Leiter der staatlichen Kunsthalle Baden-Baden Dr. Matthias Winzen ein glückliches und innovatives Händchen in der Auswahl der ausstellenden Künstler beweist.
Eine feste Ausstellung hat die Kunsthalle zur Zeit nicht. Geplant ist jedoch ein Anbau vom Schweizer Architektenbüro Steib an die Kunsthalle, in der voraussichtlich ab Anfang 2003 die Sammlung von Frieder Burda dauerhaft ausgestellt wird. Darunter befinden sich unter anderem Werke bedeutender Künstler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke und Arnulf Rainer.
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